07.06.2020

Geplante Fusion und Spielklassenreform wird verschoben

Autor / Quelle: Anita Lennartz

Nur komplette Hin- und Rückrunde als Qualifizierungssaion werten

Die Corona-Pandemie hat nicht nur unseren Amateurfußball, sondern unseren gesamten Alltag durcheinandergebracht. Lange wurden viele verschiedenen Szenarien für einen möglichen Abbruch oder auch eine Fortsetzung der unterbrochenen Spielzeit 2019/2020 diskutiert. Der NFV-Verbandstag am 27. Juni 2020 wird final über die Saison 2019/2020 entscheiden. Der Vorschlag des NFV-Vorstandes sieht vor, die Spielzeit abzubrechen und nach einer Quotierung zu werten, so dass am Ende nur Aufsteiger und keine Absteiger ermittelt werden. Das hat zur Folge, dass die kommende Spielzeit mit vergrößerten oder ggf. veränderten Spielklassen gespielt wird.

Unabhängig davon, welche Entscheidung der Verbandstag treffen wird, haben die beiden Kreisvorstände der Kreise Osnabrück-Land und Osnabrück-Stadt bezüglich der geplanten Fusion im Juni 2020 folgendes entschieden:
Die für den Sommer 2020 geplante Fusion der beiden Kreise zu einem Großkreis Osnabrück wird verschoben. Außerdem wird die (voraussichtlich) abgebrochene Spielzeit nicht als Qualifizierungssaison gewertet. Die neue Spielzeit wird in beiden Kreisen, unabhängig wann diese beginnt, in der bisherigen Klasseneinteilung gespielt. Das heißt, dass es im Seniorenfußball noch keine Zusammenlegung des Spielbetriebs von Stadt- und Landkreis zur kommenden Saison geben wird. Im Frauen- und Jugendbereich werden die bereits zusammengelegten Spielklassen weiterbestehen. In der aktuellen Ausschreibung ist die Auf- und Abstiegsregelung für beide Szenarien geregelt, wobei es, immer natürlich vorbehaltlich der Entscheidung auf dem Verbandstag, keine Absteiger geben wird. Die neuen Spielklassen auf Kreisebene werden dadurch aber nur geringfügig größer werden. Hier erwarten die Spielausschüsse keine großen Komplikationen. Grundsätzlich ist alles abhängig von einem möglichen Start der neuen Spielzeit. Eine finale Entscheidung zum Umgang mit dem Kreispokal hat es bisher noch nicht gegeben.

Des Weiteren haben die beiden Kreisvorstände entschieden, dass nur eine komplett und regulär gespielte Spielzeit (Hin- und Rückspiel) als Qualifizierungssaison für eine Spielklassenreform gewertet werden soll. Das bedeutet, dass je nachdem wie die Spielzeit 2020/2021 gespielt werden kann, eine Zusammenlegung der Spielklassen erst nach der Spielzeit 2021/2022 möglich sein kann. Landkreisvorsitzender Bernd Kettmann: „Wir haben eine breite Zustimmung der Vereine erhalten, dass eine Qualifizierungsspielzeit nur dann möglich ist, wenn diese unter regulären Bedingungen gespielt wird. Aktuell gibt es noch keine Entscheidung vom Niedersächsischen Fußballverband, wie die Spielzeit 2020/2021 gespielt werden kann. Eine verkürzte Spielzeit wäre aber durchaus denkbar. Für eine reguläre Spielzeit müssten wir im September mit der Saison starten. Ob dies möglich ist, ist momentan noch völlig offen.“

Die verschobene Fusion soll, unabhängig von einer möglichen Spielklassenreform, spätestens im Sommer 2021 stattfinden. „Wenn es dann nicht anders möglich ist, spielen wir auch nach der Fusion eine Spielzeit in den alten Staffeln weiter. Die Fusion der beiden Kreise und die Zusammenlegung des Spielbetriebs müssen nicht zwingend zeitgleich verlaufen. Beides ist auch zeitversetzt möglich. Unser Wunsch ist es, beides parallel umsetzen zu können, aber hier müssen wir flexibel sein“, fasst Kettmann die Situation zusammen.

Stadtkreisvorsitzender Frank Schmidt bedauert, dass die geplante Fusion um ein Jahr verschoben wird, sieht hier aber auch keine andere Möglichkeit. „Wir waren bei den Planungen zur Fusion bereits auf der Zielgeraden. Die Kandidaten für den neuen gemeinsamen Kreisvorstand standen in vielen Bereich schon fest. Sicher gibt es immer noch Fragen, z.B. die Leitung des Schiedsrichterausschusses, aber hier erwarten wir, wie in der Vergangenheit immer gute Praxis, Vorschläge aus der Mitte der Schiedsrichter*innen. Wir werden nunmehr noch im Jahr 2020 satzungsgemäß einen ordentlichen turnusmäßigen Kreistag mit Neuwahlen abhalten. Im Sommer 2021 soll sich dann der Stadtkreis im Zuge der Fusion auflösen. Alles selbstverständlich immer vorbehaltlich der Zustimmung unserer Vereine“. Im Landkreis ist kein Kreistag notwendig, da der Kreisvorstand erst 2019 neu gewählt wurde. Die bisher geplanten Kreistage sowie der Fusions-Kreistag, die für den 27. Juni 2020 geplant waren, sind bereits abgesagt. An diesem Tag entscheidet der NFV-Verbandstag über die abgebrochene Saison.

„Aktuell sind wir dabei, Kandidaten für einen funktionierenden Kreisvorstand für die Stadt zusammenzustellen. Dieses ist nicht ganz einfach, zumal einige Vorstands- und Ausschussmitglieder nach der in diesem Juni vorgesehenen Fusion eigentlich ihren Rückzug angekündigt hatten bzw. andere Aufgaben im neuen Kreisvorstand übernehmen werden. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir unseren satzungsgemäßen Aufgaben für unsere Vereine und Mitglieder wie gewohnt in vollem Umfang nachkommen können“, so Schmidt weiter. Der Landkreis hat bereits seine Unterstützung bei der operativen Arbeit im Kreisvorstand zugesagt. „Hier werden wir schon sehr eng zusammenarbeiten, was für die kommende Fusion sicher eine gute Vorbereitung ist“, ist Schmidt zuversichtlich.

Schmidt und Kettmann sind beide überzeugt davon, dass die Verschiebung der Fusion um maximal ein Jahr die erfolgreiche Zusammenlegung in einen neuen gemeinsamen Kreis nicht gefährdet. „Corona hat uns gezeigt, dass es Wichtigeres im Leben gibt und wir in vielen Bereichen flexibel sein müssen. Die Fusion wird kommen, weil sie für beide Kreise gut, wichtig und zukunftsweisend ist. Jetzt kommt sie halt erst 2021, aber wir wollen diese Fusion unbedingt“, sind sich beide Kreisvorsitzenden einig.

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Seite zuletzt aktualisiert am: 29.06.2020